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Das Peter-Prinzip. Warum kann er zu einer Gefahr werden und wie vermeidet man es, dass einem dadurch die Karriere zerstört wird?

Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts versuchte der kanadische Lehrer Lawrence J. Peter, die Frage „Warum sind wir von inkompetenten Menschen umgeben?“ auf witzige Weise zu beantworten.

Mehr als fünfzig Jahre sind vergangen, aber seine Antwort hat nicht an Relevanz verloren: Das Peter-Prinzip oder das Prinzip der Inkompetenz ist schuld daran. Nach diesem Prinzip hat jeder Einzelne in der Hierarchie die Tendenz, bis zum Niveau seiner persönlichen Kompetenz aufzusteigen, d. h. jede Karriereentwicklung endet mit der Inkompetenz.

Wenn ein Mitarbeiter gute Arbeit leistet, wird er befördert. Und dies geschieht, bis die Aufgaben zu schwierig werden, sodass er diese Aufgaben nicht mehr bewältigen kann und viele Jahre am selben Arbeitsplatz bleibt. Dies schadet sowohl dem Unternehmen, als auch dem Mitarbeiter, der sich nicht mehr entwickelt, sondern anfängt, angesichts der Lösung von Arbeitsaufgaben seine Kraftlosigkeit zu spüren.

Wie Sie feststellen können, ob das Peter-Prinzip Sie negativ beeinflusst

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Eine kürzlich im Harvard Business Review veröffentlichte Studie ergab, dass das Peter-Prinzip das Leben der Mitarbeiter und die Unternehmensumsätze negativ beeinflusst. Die Forscher untersuchten 214 Unternehmen, die ihre Mitarbeiter förderten, und kamen zum Schluss, dass die besten Verkäufer die schlechtesten Manager waren. Bedeutet das, dass Sie nicht einmal daran denken sollten, zu versuchen, die Karriereleiter nach oben zu steigen? Auf keinen Fall! Das bedeutet nur, dass Sie die negative Auswirkungen des Peter-Prinzips rechtzeitig bemerken und blockieren müssen.

Menschen bemerken oft nicht, dass das Peter-Prinzip viele Jahre sich auf Sie negativ auswirkt. Während dieser ganzen Zeit entwickelt man sich nicht, das Gehalt steigt nicht an, und das Karrierewachstum verlangsamt sich erheblich. Und wenn man merkt, dass man gefangen ist, hat man Angst, etwas zu verändern. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich festzustellen, ob Sie vom Peter-Syndrom negativ beeinflusst werden.

Eine typische Manifestation des Peter-Syndroms: Man versucht, seine Arbeit so weit wie möglich zu formalisieren, erfindet ständig bürokratische Regeln, die letztlich einen daran hindern, effizient zu arbeiten, jedoch verlangt man von den Untergebenen, sich strikt an diese Regeln zu halten. Dieses Verhalten weist indirekt darauf hin, dass man keine Kriterien zur Beurteilung der Arbeitseffizienz entwickeln kann.

Vermeiden Sie es, das Opfer des Peter-Prinzips zu werden

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Für diejenigen, die erkannt haben, dass das Peter-Prinzip ein Problem für sie ist, gibt es zwei Möglichkeiten: aus dem System herauszukommen, das ihm unmögliche Aufgaben stellt, oder seine Kompetenz zu steigern. Beide Entscheidungen erfordern Mut und Arbeit an sich selbst.

Wenn Sie sich entschieden haben, das Unternehmen, wo Sie derzeit tätig sind, zu verlassen, dann wäre die beste Option für Sie eine Stelle in einem großen Unternehmen zu finden, das Mitarbeiter in ihrem Entwicklungswillen unterstützt. Aber auch in diesem Fall ist eine Ausbildung erforderlich. Das Management-Trainingssystem von General Electric beispielsweise gilt als eines der besten. Die Mitarbeiter machen im Rahmen von Unternehmensprogramm eine mehrstufige Schulung. Die besten von ihnen können sich im Jack Welch Management Institute weiterbilden, um schließlich eine Führungsposition im Unternehmen zu übernehmen. Aber nur gut ausgebildete Kandidaten haben Zugang zu allen diesen Möglichkeiten: Um einen Job bei einem Unternehmen wie General Electric zu bekommen, muss man ein Profi auf seinem Gebiet sein.

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen absolut zufrieden sind, werden aber nicht befördert, ist es wichtig an eigenen Führungskompetenzen zu arbeiten, diese werden für das Karrierewachstum weiterhin benötigt. Unternehmen befördern diejenige, die Profis sind, aber diesen Mitarbeitern fehlt es oft an Führungskompetenzen: Ohne diese Fähigkeiten können auch qualifizierte Fachkräfte ein Unternehmen zu unbefriedigenden finanziellen Ergebnissen führen.

Das Peter-Prinzip beginnt zu wirken, wenn eine Gemeinschaft, wie beispielsweise ein Unternehmen, gebildet und stabilisiert ist. Das Ziel einer solchen Gemeinschaft ist die Aufrechterhaltung seiner Hierarchie: Die Entscheidungen vom Management werden nicht in Frage gestellt, Beförderungen gelten als ein absoluter Segen, unabhängig davon, ob der Mitarbeiter für einen neuen Job bereit ist. In einem hierarchischen System werden die Fehler systematisch ignoriert, deshalb häufen sie sich an und beeinflussen negativ die Arbeit des gesamten Systems. Innovative Startups entwickeln Lösungen, um die negativen Auswirkungen des Peter-Prinzips abzumildern.  

Wie Unternehmen die negativen Auswirkungen des Peter-Prinzips mindern können

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Innovative Unternehmen können die negativen Auswirkungen des Peter-Prinzips abmildern, indem sie neue Managementansätze in ihrer Arbeit anwenden. Jedes Unternehmen kann diese Ansätze in seiner Arbeit umsetzen. Dadurch kann es die Effizienz seiner Arbeit steigern und fatale Fehler vermeiden:

  • Neue Ansätze für Beförderungskriterien. Die aktuellen Leistungen eines Mitarbeiters bleiben das Hauptkriterium für die Beförderung. Aber in einer anderen Position wird ein Mitarbeiter völlig andere Aufgaben erfüllen, und gute Leistungen in der aktuellen Position garantieren nicht seinen zukünftigen Erfolg. Lösung: Berücksichtigen Sie in erster Linie die Fähigkeiten, die für die neue Position benötigt werden (zum Beispiel Führungsqualitäten und emotionale Intelligenz).
  • Dialog mit Untergebenen. Die Arbeit von Manager wird von ihren Vorgesetzten bewertet, und dies führt oft zu negativen Konsequenzen: Die Fehler eines Untergebenen zuzugeben bedeutet, automatisch seine eigene Fehler zuzugeben. Daher weiß das Top-Level-Management möglicherweise nicht einmal von den Mängeln in der Organisation des Arbeitsprozesses. Lösung: Stellen Sie Dialog mit Ihren Arbeitnehmern her, damit diese Ihnen Mängel in der Arbeitsorganisation mitteilen können. Manche Unternehmen gehen sogar noch weiter: Z. B. bei FAVI und Haier können die Mitarbeiter auswählen, mit welchen Manager sie gern arbeiten würden.
  • Mehrere Karrierewege. Nicht alle gute Spezialisten können und wollen Manager werden, aber jeder will auf der Karriereleiter aufsteigen. Lösung: Schaffen Sie mehrere Karrieremöglichkeiten, damit sich wertvolle Spezialisten in ihrem Bereich entwickeln und mehr verdienen können, aber nicht das Team führen.

Das Peter-Prinzip schadet sowohl dem Unternehmen als auch den Spezialisten. Sie können es nur überwinden, wenn Sie sich ständig weiterentwickeln, nach Lösungen suchen, sowie Gemeinschaften erschaffen, wo diese Entwicklung geschätzt wird. 


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