Entgegen den Warnungen der Psychologen, die Zahl der Mobbing-Fälle würde beim Übergang des Bildungswesens zum Online-Format zunehmen, ist es dazu nicht gekommen.

Die jüngste Studie der University of Boston hat gezeigt, dass das Online-Studium einen Rückgang der Google-Anfragen unter dem Schlüsselwort „Belästigung in der Schule / Bullying“ und „Cyberbullying“ um jeweils 33 und 20 Prozent bewirkt hat. Die Autoren der Studie Andrew Bacher-Hicks, Joshua Goodman, Jennifer Green und Melissa Holt behaupten, dass diese Tatsache einen krassen Widerspruch zu der allgemeinen Überzeugung darstellt, der Übergang der Schulen zum Online-Format würde das Mobbing verstärken. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Cybermobbing-Fälle während der Schulferien 2020 zugenommen hat und nach Beginn des Schuljahres wieder zurückging. Nachdem die Schulen wieder zum Präsenz-Unterricht übergegangen sind, hat das Bullying-Niveau die Kennzahlen der Zeit vor der Pandemie nicht mehr erreicht.

Unter den Gründen für den Rückgang der Mobbing-Fälle nennen die Forscher den fehlenden Offline-Kontakt zu den Mobbing-Verursachern. Ein weiterer Grund soll die Zunahme der strukturierten Studienzeit sein, in der die Studierenden weniger freie Zeit haben, um den Newsfeed sinnlos zu scrollen. 

Dem amerikanischen Zentrum für Kontrolle und Prophylaxe von Erkrankungen zufolge wird jährlich jeder fünfte Schüler offline und jeder sechste online gemobbt. Die neue Studie unterstreicht, dass nicht nur die Gewalttätigen, sondern auch deren Opfer unter psychologischen Problemen leiden.

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