Die Geschäftsidee testen und dabei kein Geld verlieren

Eine Geschäftsidee zu entwickeln ist prima. Diese Idee ohne Tests umzusetzen ist jedoch sehr riskant - Sie können enorme Verluste tragen.

Zuerst müssen Sie verstehen, ob Menschen Ihre Dienstleistungen oder Waren brauchen und ob sie verkauft werden. Also, ob Ihre Geschäftsidee überhaupt funktioniert. Wie Sie diese Idee kostengünstig oder sogar kostenlos testen können – dies erfahren Sie in unserer Lektion.

Geschäftsidee mit erfolgreichen Unternehmern besprechen

Nutzen Sie zuerst Ihre beruflichen Kontakte – Menschen mit umfassenderer oder spezialisierter Unternehmenserfahrung können Ihnen dabei helfen, die Rentabilität Ihrer Idee zu bewerten. Geschäftsleute sind ständig auf dem Markt. Sie helfen Ihnen zu verstehen, ob Ihre Idee sich durchsetzen kann und ob der Markt das Produkt überhaupt braucht.

Unternehmer können Sie bei verschiedenen Geschäftsfrühstücken, Konferenzen und Workshops treffen. Sie können auch Freunde oder Bekannte bitten, Sie zur richtigen Person zu bringen. Sie können eine Beratung bei einem erfahrenen Unternehmer bestellen – auf jeden Fall kostet es weniger als ein Geschäft zu gründen. Wenn dieser Unternehmer Ihre Idee als erfolgreich bewertet, kann er Ihnen seine Hilfe oder sein Mentoring anbieten - und dann kann diese Idee sich in ein Produkt umzuwandeln.

Veranstaltungen und Pitches besuchen

Damit die Idee sich nicht „im Vakuum“ befindet, testen Sie mit Ihrer Zielgruppe ein Produkt oder eine Dienstleistung. Dafür können Sie an verschiedenen Meetings, Startups Pitches, Hackathons und Geschäftsfrühstücken teilnehmen. Solche Veranstaltungen finden Sie in speziellen Gruppen in sozialen Netzwerken (z.B. Facebook) und in Messenger-Kanälen (z.B. Telegram), die Startups gewidmet sind, sowie in Medien.

Wenn Sie bei so einem Meeting sind, lernen Sie andere Leute kennen und unterhalten Sie sich mit ihnen; stellen Sie Fragen zu Ihrer Geschäftsidee. Sie möchten beispielsweise wissen, ob ein psychologischer Online-Beratungsdienst erfolgreich sein wird. Finden Sie heraus, wie oft sich Ihre Gesprächspartner an einen Psychologen wenden. Wie man einen Arzt auswählt und ob man bereit ist, offen zu sprechen, ohne einen Psychologen zu sehen. Sie sollen nicht sofort für ein Unternehmen werben, das noch nicht gegründet wurde. In dieser Phase besteht Ihre Aufgabe nur darin, Feedbacks und Meinungen zu sammeln und richtige Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

Bereiten Sie sich auf die Geschäftstreffen vor: Bestellen Sie Visitenkarten und platzieren Sie darauf neben dem Telefon auch Links zu Ihren sozialen Netzwerken. Wenn Sie sich unterhalten, zögern Sie nicht, sofort in sozialen Netzwerken nach den Gesprächspartnern zu suchen, sie zu abonnieren und Kontakte auszutauschen. Falls Sie Ihr Unternehmen doch gründen, werden diese Kontakte für Sie sehr nützlich sein.

Massenanfragen und eingehende Interviews

Es gibt eine bewährte kostengünstige Möglichkeit, eine Geschäftsidee zu testen: Ihre Zielgruppe zu befragen. Um die Integrität einer solchen Umfrage sicherzustellen, werden die Befragten in der Regel für die aufgewendete Zeit bezahlt. Kein großes Geld, aber die Leute werden Ihnen ehrlich sagen, ob ihr Produkt von Interesse wäre, wie viel sie dafür bezahlen würden und was sie entfernen, bzw. hinzufügen würden.

Dabei kann es sich um Massenumfragen handeln — wenn Sie Hunderte von Antworten zufälliger Menschen erhalten, oder um eingehende Interviews — wenn mehrere dafür extra ausgewählte Menschen Fragen ausführlich beantworten.

So führen Sie Massenumfragen durch: Bereiten Sie eine Landingpage mit Fragen vor und machen auch eine Werbung für sie. Sammeln Sie alle Antworten in einem System, das bereits an die Landingpage angehängt ist, z. B. in Google-Tabellen. Sie können ein einfaches Formular in Google Forms entwickeln, einen öffentlichen Link erstellen und ihn überall dort freigeben, wo es nicht verboten ist und nicht als Spam empfunden wird: öffentliche Kanäle, Messenger-Chats, Gruppen und öffentliche Seiten in sozialen Netzwerken. Sie können auch das Formular mithilfe eines Umfragedienstes wie Survio in Ihre Website inkorporieren. Umfragestatistiken können dann direkt von der Website heruntergeladen und analysiert werden, was sehr praktisch ist.

Es ist zu bedenken, dass Menschen für eine Massenumfrage fast nie viel Zeit ausgeben möchten, daher sollten sie weniger Fragen stellen, die nicht viel Zeit zum Nachdenken benötigen. Sie können auch ein Formular mit vorbereiteten Antwortoptionen entwickeln. In diesem Fall wird den Befragten aber die Möglichkeit genommen, ihre persönlichen Gefühle und Emotionen mitzuteilen. Solche Formulare sind jedoch einfacher auszufüllen und es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der Befragte den Fragebogen nicht auf halbem Weg aufgibt.

So führen Sie eingehende Interviews durch: Wählen Sie eine Gruppe von Menschen aus, die Ihrer Zielgruppe am besten entspricht. Dann führen Sie ein persönliches Interview mit allen durch und stellen Hauptfragen und zusätzliche Fragen.

Eingehende persönliche Interviews sind insofern gut, als sie mit dem Publikum geführt werden können, das aus irgendeinem Grund in sozialen Netzwerken inaktiv ist, z.B. mit älteren Menschen oder Politikern.

Umfragen und Interviews, die erfolgreichen Ergebnissen gezeigt haben, bedeuten nicht, dass Ihre Idee realisierbar ist und das Produkt auf den Markt gebracht werden kann. Sie erlauben Ihnen nur einen Aktionsplan zu skizzieren und Ziele anzupassen. Weiter sollten Sie den Menschen sorgfältig vorschlagen, Ihre Dienstleistungen zu kaufen.

Vorverkauf einer Dienstleistung oder eines Produkts

Starten Sie einen Vorbestellung Prozess, um sicherzustellen, dass die Kunden bereit sind, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu kaufen.

Landingpage. Es kann sogar eine einseitige Website mit einem einfachen Antragsformular sein. Starten Sie eine kleine kontextbezogene und zielgerichtete Werbekampagne. Obwohl das Produkt noch nicht verfügbar ist, können die Leute trotzdem ihre Namen und E-Mails hinterlassen. So bewerten Sie also die Nachfrage und eine Realzahl der Menschen, die eine Dienstleistung oder ein Produkt kaufen möchten.

Warum braucht man eine Vorbestellung:

  • Potenzielle Kunden können mehr über Sie und Ihr Produkt erfahren.
  • Sie können wenigstens eine angenäherte Conversion einschätzen — wie viel Ihnen jeder potenziellen Kunde kostet
  • Sie sammeln eine Datenbank mit potenziellen Kunden, mit denen Sie sehr leicht in Kontakt treten können und Fragen stellen.

Communities oder Gruppen in sozialen Netzwerken. Auch ohne eine Webseite können Sie Nachfrage einschätzen. Genau so hat früher Dropbox getan: Sie haben im Netzwerk eine Demo veröffentlicht, wo die Prinzipien des Service erläutert wurden, und all dies — lange vor dem offiziellen Launch. Das Video hat nichts verkauft, aber wörtlich in einer Nacht haben 70.000 Menschen den Newsletter des Unternehmens abonniert. Dies hat bewiesen, dass die Menschen den Service wirklich brauchen.

Auf Crowdfunding-Plattformen bringen viele Projekte Geld für die Produktion eines Produkts auf, d.h., sie müssen etwas verkaufen, was nicht einmal existiert. Für die Selbstpräsentation verwenden sie einfache Landingpages und Accounts in sozialen Netzwerken, wo sie über die Idee, die Produktion usw. erzählen. Sie können sich mit solchen Accounts vertraut machen und Ideen für Ihre eigene Projekte entnehmen — z.B. Kickstarter oder Planeta.ru.

MVP machen

MVP (aus dem Englischen „Minimum viable product“) ist ein Produkt, für dessen Entwicklung Sie Minimum Geld ausgegeben haben. Es kann bereits verwendet werden, aber nicht alles darin ist perfekt und vollständig.

MVP braucht man, um zu sehen, wie potenzielle Kunden auf ein Produkt reagieren, ob sie bereit sind zu zahlen, wie und in welche Richtung sich das Produkt weiterentwickelt werden sollte.

MVP kann mehrmals ausgeführt werden, bis eine der Versionen wirklich funktioniert. Sie werden Minimum Geld für eine solche minimale Markteinführung ausgeben, erhalten jedoch jede Menge Erfahrung und eine echte Rentabilitätseinschätzung des potenziellen Geschäfts.

Um die Nachfrage einzuschätzen, führen Sie nicht das gesamte Produkt mit allen Funktionen auf den Markt ein, sondern nur mit einer Funktion. Zum Beispiel eine Online-Sprachschule, wo bisher nur eine Sprache unterrichtet wird — Englisch. Oder Beratung, die zurzeit nur als Telegramm-Bot funktioniert.

Checkliste: So testen Sie Ihre Idee

  1. Finden Sie mithilfe von Umfragen und eingehende Interviews heraus, ob Ihre Zielgruppe die Idee interessant findet.
  2. Analysieren Sie die Ergebnisse von Umfragen und Interviews, um Ideen und Funktionen zu identifizieren, die verbessert oder entfernt werden können.
  3. Arbeiten Sie Ihre Idee nach.
  4. Erstellen Sie eine Landingpage für Vorbestellung und Produktseiten in sozialen Netzwerken.
  5. Erstellen Sie MVP.
  6. Testen Sie MVP und analysieren die Ergebnisse.
  7. Verwandeln Sie MVP mit dem besten Ergebnis in ein vollständiges Produkt.

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