Mila Semeshkina und Go Big von trivago: Erfolg während der Pandemie

Das Jahr 2020 hat die meisten Menschen um die Möglichkeit gebracht, durch die Welt zu reisen.

Doch gerade in dieser schweren Zeit haben manche von ihnen ihr Schicksal herausgefordert und ein neues Business gestartet. Einer der größten Hotelbuchungsdienste trivago hat sieben solche Personen aufgesucht, die tapfer und entschlossen sind und jedes Problem als neue Entwicklungsperspektiven auffassen. Zu diesen glorreichen Sieben gehört auch СЕО und Gründerin von Lectera Mila Semeshkina! In ihrem Interview für trivago hat sie erzählt, wie sie es geschafft hat, auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie die Bildungsplattform Lectera zu entwickeln, was sie dazu gebracht hat und was daraus nun geworden ist.

Bildungssucht

Die Idee von Lectera stammt aus Milas unerschöpflicher Liebe zur Bildung. Nach dem Studium an der Staatlichen Universität Kuban erlangte sie zwei akademische Grade an der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität. Während des Studiums war Mila für solche bekannten Marken tätig wie L'Oreal, MTV, Nickelodeon und BMW.

Zum ersten Mal kam ihr der Gedanke, eine eigene Bildungsplattform aufzubauen, als sie mit ihrer Doktorarbeit beschäftigt war. Mila sah die Kluft zwischen den theoretischen Kenntnissen, die an den Hochschulen 90 Prozent der Studienzeit einnehmen, und den angewandten Fertigkeiten, die sie selbst für die Arbeit benötigte. Das reale Leben und die Universitätsprogramme haben sich als absolut unvereinbar erwiesen. Mila hat festgestellt, dass Welten dazwischen liegen. Trotz der bitteren Enttäuschung, die sie dabei empfunden hat, verstand sie sehr schnell, dass es ein Anlass ist, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und die aktuelle Situation auf dem Bildungsmarkt zu ändern. So ist Lectera entstanden.  

Änderung der Pläne

Früher unternahm Mila 40 bis 50 Auslandsreisen jährlich. Doch COVID-19 und die anschließende Quarantäne haben ihr Leben so gut wie lahmgelegt. Ursprünglich war der Lectera-Start in Russland für den März 2020 angesetzt, und in den USA einen Monat später. Aber das Corona-Virus hat uns allen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mila musste in Moskau bleiben, ohne die Lectera-Büros in anderen Ländern besuchen zu können. Deshalb musste der Zeitplan dringend revidiert werden.   

In die Arbeit an Lectera wurden mehr als 70 IT-Fachleute aus sieben Ländern einbezogen. Außerdem umfasste das Team, das an der Plattform arbeitete, Methodiker, Experten, Content-Autoren, mehr als 60 Übersetzer usw. Aktuell stellt Lectera eine Infrastruktur dar, die ausgerechnet auf dem Höhepunkt von CODIV-19 aufgebaut werden musste. Diese Aufgabe hat dem gesamten Team viel Erfindergeist und Flexibilität abverlangt, mitunter waren sogar Überstunden erforderlich. Es kam dabei darauf an, die alten Methoden zu überdenken und die Marktstrategie für Lectera den neuen Realien anzupassen. Dadurch kam die Plattform erst drei Monate später als erwartet zum Zuge, das heißt,  im Juni 2020. Der Start war aber eine Glanzleistung.   

Wie ist es heute damit bestellt?

Noch bevor Mila die Arbeit an Lectera in Angriff nahm, hatte sie schon gewusst, wie die zukünftige Bildungsplattform aussehen sollte. Hier kann jede Person, die älter als 18 Jahre ist, verschiedene Kurse für Business, Digital Marketing, Finanzen und alle dazugehörigen Soft Skills ohne Einschränkungen absolvieren. Der Preis für die Kurse schwankt zwischen „unentgeltlich“ bis 1.400 US-Dollar. So viel kosten Megakurse, die einen ganzen Satz von Lehrgängen mit einer Gesamtlänge von 100 Stunden darstellen. Jeder Kurs nimmt dabei nur 2-3 Stunden in Anspruch, was die Möglichkeit gibt, die erforderlichen Kenntnisse in kürzester Frist zu erwerben beziehungsweise zu verbessern.

Lectera zeichnet sich dadurch aus, dass hier an die Auswahl und die Behandlung des Lehrmaterials sehr gründlich herangegangen wird, was an und für sich ziemlich aufwendig ist. Denn Lectera ist nicht bloß ein Supermarkt mit Kursen, sondern eine eigenständige Bildungsressource. Die ganze akademische Theorie, die man im Leben kaum verwenden kann, wird im Zuge der Kursvorbereitung ausgeklammert. Jeder Kurs stellt einen komprimierten Block von angewandten Informationen dar, die von internationalen Experten aus entsprechenden Branchen gesammelt oder ergänzt wurden.

Heute sind bei Lectera mehr als 250 Mitarbeiter tätig. Alle Kurse sind in Russisch, Englisch, Deutsch und Spanisch verfügbar. Demnächst soll auch Hindi hinzukommen. Jeden Monat verarbeitet die Plattform tausende von Textseiten, hunderte von Tests sowie viele Hausaufgaben und Fallbeispiele, die den Studierenden beim Erwerb von Kenntnissen helfen sollen.

Die Plattform Lectera, die alle Schwierigkeiten und das Fegefeuer der Pandemie überstanden hat, entwickelt sich immer weiter. Seit kurzem ist sie auch als App für iOS und Android erhältlich. Die Büros der Plattform befinden sich in Russland (Moskau), in den USA und den VAE. 2021 soll noch ein viertes Büro dazukommen, voraussichtlich in Asien.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Mila Semeshkina auf der Webseite von trivago: https://magazine.trivago.com/new-businesses-2020-online-learning-platform-lectera/


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